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WM 2026 Guide — Format, Gruppen & Spielplan

Panorama der WM 2026 Austragungsorte in den USA, Mexiko und Kanada mit Stadionansichten

WM 2026 Guide — Alles zum Turnier in Nordamerika

Panorama der WM 2026 Austragungsorte in den USA, Mexiko und Kanada mit Stadionansichten


Ladevorgang...

Am 11. Juni 2026 rollt der Ball im Estadio Azteca — und in Liechtenstein werden Tausende vor den Bildschirmen sitzen, obwohl die eigene Nationalmannschaft nicht dabei ist. So war es immer bei grossen Turnieren, und so wird es auch diesmal sein. Nur dass diese WM anders ist als jede zuvor: grösser, weiter verteilt, komplexer im Format und voller Geschichten, die noch niemand erzählt hat.

Ich verfolge internationale Fussballturniere seit neun Jahren als Analyst, und die WM 2026 stellt alles Bisherige in den Schatten. 48 Mannschaften statt 32, drei Gastgeberländer auf einem Kontinent, der sich über sechs Zeitzonen erstreckt, und ein Turnier, das mit 104 Spielen fast doppelt so lang dauert wie noch 2022 in Katar. Für Fans in Liechtenstein heisst das: sechs Wochen Fussball, Anpfiffzeiten zwischen Nachmittag und tiefer Nacht und eine Gruppenphase, in der unsere Nachbarn aus der Schweiz und Österreich um den Einzug in die K.o.-Runde kämpfen.

Dieser WM 2026 Guide liefert die komplette Orientierung. Vom neuen Turnierformat über alle zwölf Gruppen bis zum Spielplan in mitteleuropäischer Sommerzeit — hier steht alles, was Fans in unserer Region wissen müssen, bevor der erste Pfiff ertönt.

Eckdaten der WM 2026 — das Wichtigste auf einen Blick

Bevor ich ins Detail gehe, hier die Zahlen, die man im Kopf haben sollte. Die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2026 findet vom 11. Juni bis 19. Juli in drei Ländern statt: den USA, Mexiko und Kanada. Es nehmen erstmals 48 Nationalmannschaften teil, aufgeteilt in zwölf Gruppen zu je vier Teams. Insgesamt werden 104 Spiele ausgetragen — 64 davon in der Gruppenphase und 40 in der K.o.-Runde. Die Spiele verteilen sich auf 16 Stadien: elf in den Vereinigten Staaten, drei in Mexiko und zwei in Kanada. Das Eröffnungsspiel zwischen Mexiko und Südafrika steigt im legendären Estadio Azteca in Mexiko-Stadt, das Finale im MetLife Stadium nahe New York.

Für die Schweizer Nati beginnt das Turnier am 13. Juni in San Francisco gegen Katar, Österreich startet wenige Tage später in der Gruppe J gegen Argentinien. Alle Nati-Spiele werden um 21:00 Uhr CEST angepfiffen — beste Primetime für einen Freitagabend in Vaduz oder Schaan.

Das neue WM-Format — 48 Teams, 104 Spiele

Wer die WM 2022 in Katar als kompakt empfand — 32 Teams, 64 Spiele, ein einziges Land — wird 2026 eine völlig andere Dimension erleben. Die FIFA hat das Teilnehmerfeld von 32 auf 48 Mannschaften erweitert, und dieser Schritt verändert das Turnier von Grund auf. Mehr Nationen bedeuten mehr Fussballkulturen, mehr Überraschungen und ein deutlich längeres Turnier.

Die 48 Teams werden in zwölf Gruppen zu je vier Mannschaften aufgeteilt. Jede Mannschaft bestreitet drei Gruppenspiele, genau wie beim bisherigen Format. Der entscheidende Unterschied liegt im Qualifikationsmodus für die K.o.-Runde: Die beiden Erstplatzierten jeder Gruppe ziehen direkt in die Runde der 32 ein, dazu kommen die acht besten Gruppendritten. Damit qualifizieren sich 32 von 48 Teams für die Endrunde — eine Quote von zwei Dritteln, die deutlich grosszügiger ausfällt als die 50 Prozent beim alten Format mit 32 Teams.

Was bedeutet das in der Praxis? Zunächst werden Gruppenspiele weniger dramatisch in ihrer Konsequenz, weil bereits ein dritter Platz zum Weiterkommen reichen kann. Gleichzeitig wird die Runde der 32 als neues Element eingeführt — ein zusätzlicher K.o.-Spieltag, der den Turnierrhythmus verändert. Nach der Gruppenphase folgen also fünf K.o.-Runden: Runde der 32, Achtelfinale, Viertelfinale, Halbfinale und das Finale am 19. Juli.

Schematische Darstellung des WM 2026 Turnierformats mit 48 Teams, 12 Gruppen und K.o.-Runde

Die Turnierplanung spannt sich über 39 Tage — fast eine Woche länger als 2022. Die Gruppenphase läuft vom 11. bis 28. Juni, die K.o.-Runde beginnt am 1. Juli. Für Spieler bedeutet das eine enorme physische Belastung, insbesondere für jene, die bis ins Finale kommen. Ein Finalist könnte bis zu sieben Spiele absolvieren — im besten Fall ohne Verlängerung. Im schlimmsten Fall mit drei oder vier Spielen in der Verlängerung, was bei den klimatischen Bedingungen in Nordamerika im Hochsommer keine Kleinigkeit ist.

Die Entscheidung für 48 Teams war kontrovers. Kritiker befürchteten ein verwässertes Turnier mit zu vielen einseitigen Partien. Ich sehe das differenzierter: Ja, Spiele wie Deutschland gegen Küracao dürften sportlich wenig Spannung bieten. Aber gleichzeitig ermöglicht das neue Format WM-Debütanten wie Küracao, Kap Verde, Jordanien und Usbekistan die erstmalige Teilnahme an einer Endrunde — und genau diese Geschichten machen eine WM unvergesslich.

Für die Wettmärkte bringt das neue Format erhebliche Veränderungen. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Favorit die Gruppenphase übersteht, steigt deutlich, weil selbst ein dritter Platz genügen kann. Gleichzeitig entstehen neue Wettmöglichkeiten: Die Runde der 32 schafft einen kompletten zusätzlichen Spieltag mit 16 K.o.-Partien, die alle in einem einzigen Zeitfenster angepfiffen werden könnten. Für Value-orientierte Tipper sind insbesondere die Gruppendrittplatzierten interessant — hier werden die Quoten erfahrungsgemäss grosszügiger sein als bei den direkten Gruppenführenden.

Im Vergleich zum alten Format ändert sich auch die taktische Dynamik: Trainer müssen in der Gruppenphase das Risiko anders kalkulieren. Ein Unentschieden gegen den Gruppenfavoriten ist nicht mehr bloss Schadensbegrenzung, sondern könnte bei geschickter Torverteidigung für den Sprung unter die besten Dritten genügen. Mannschaften wie die Schweiz, die historisch stark darin sind, kompakte Spiele gegen vermeintlich stärkere Gegner zu liefern, profitieren von diesem Modus.

USA, Mexiko, Kanada — die drei Gastgeberländer

Eine WM in drei Ländern gleichzeitig gab es noch nie. Die Ko-Gastgeberschaft von Japan und Südkorea 2002 war ein Novum, aber dort trennten die beiden Länder nur eine Meerenge. Bei der WM 2026 liegen zwischen dem nördlichsten Spielort Vancouver und dem südlichsten in Guadalajara über 4500 Kilometer Luftlinie — weiter als von Vaduz nach Bagdad.

Die Vereinigten Staaten tragen mit elf Stadien den Löwenanteil des Turniers. Von der Ostküste mit dem MetLife Stadium bei New York und dem Gillette Stadium nahe Boston über den Süden mit Atlanta, Houston und Miami bis zur Westküste mit Los Angeles, San Francisco und Seattle erstreckt sich das Spielfeld über vier Zeitzonen. Die meisten K.o.-Spiele und das Finale finden in den USA statt, wobei das MetLife Stadium als Finalstadion den Höhepunkt am 19. Juli beherbergen wird. Die Infrastruktur ist erstklassig: Alle US-Stadien sind moderne NFL-Arenen mit Kapazitäten zwischen 60 000 und 82 000 Plätzen, Klimaanlagen in den geschlossenen Arenen und exzellenter Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr — zumindest in den grösseren Metropolen.

Mexiko bringt mit drei Stadien die lateinamerikanische Seele in das Turnier ein. Das Estadio Azteca in Mexiko-Stadt ist der historische Höhepunkt: Es wird als erstes Stadion der Geschichte zum dritten Mal WM-Spiele austragen, nach 1970 und 1986. Hier fiel Diego Maradonas legendäres Tor gegen England, hier gewann Pelé seinen dritten WM-Titel. Das Eröffnungsspiel zwischen Mexiko und Südafrika am 11. Juni wird in diesem Stadion stattfinden — ein symbolischer Startschuss. Dazu kommen das Estadio BBVA in Monterrey, eine der modernsten Arenen Lateinamerikas, und das Estadio Akron in Guadalajara. Die Höhenlage von Mexiko-Stadt auf 2240 Metern über dem Meeresspiegel bleibt ein taktischer Faktor: Europäische Teams, die an Seehöhe gewöhnt sind, könnten dort konditionelle Nachteile erleiden, insbesondere in der zweiten Halbzeit.

Kanada komplettiert das Trio mit zwei Stadien: dem BMO Field in Toronto und dem BC Place in Vancouver. Für die Schweizer Fans hat Vancouver besondere Bedeutung — dort trifft die Nati am 24. Juni auf Gastgeber Kanada im letzten Gruppenspiel. Das BC Place ist ein überdachtes Stadion mit verschliessbarem Dach und einer WM-Kapazität von rund 60 000 Plätzen. Toronto, die grösste Stadt Kanadas, beherbergt mit dem BMO Field ein kleineres, aber atmosphärisch dichtes Stadion direkt am Ufer des Ontariosees. Kanada hat seit der WM-Qualifikation 2022 — der ersten nach 36 Jahren Abstinenz — einen enormen Fussball-Boom erlebt, der durch die Heim-WM weiteren Schub bekommen wird.

Die logistische Herausforderung für die FIFA und die Teams ist beachtlich. Mannschaften, die in der Gruppenphase zwischen mexikanischen und US-amerikanischen Spielorten pendeln, müssen mit Flugzeiten von drei bis vier Stunden rechnen, dazu Zeitzonenwechsel und klimatische Unterschiede. Wer in Mexiko-Stadt bei 22 Grad und dünner Luft spielt und vier Tage später in Seattle bei 15 Grad und Meeresniveau antreten muss, braucht eine ausgefeilte Regenerationsstrategie. Diese Faktoren spielen bei der Wettanalyse eine nicht unerhebliche Rolle: Teams mit kürzeren Reisewegen innerhalb ihrer Gruppe haben einen objektiven Vorteil.

Für Zuschauer aus Liechtenstein und der Schweiz ist die Anreise naturgemäss aufwendiger als bei einer europäischen WM. Direktflüge von Zürich nach New York, Miami oder Los Angeles sind verfügbar, die Flugzeit beträgt zwischen acht und zwölf Stunden. Wer als Fan vor Ort dabei sein möchte, sollte sich auf Ticketpreise einstellen, die deutlich über dem Niveau von Katar 2022 liegen dürften — der US-Markt mit seiner hohen Kaufkraft treibt die Preise. Die alternative und für die meisten Fans realistischere Option: Das Turnier von zu Hause verfolgen, wobei die Zeitverschiebung von sechs Stunden zur US-Ostküste die späten Spiele zur Herausforderung macht.

Die 12 Gruppen im Kurzportrait

Zwölf Gruppen statt acht — das klingt nach Unübersichtlichkeit, ist aber bei genauerem Hinsehen logisch strukturiert. Jede Gruppe enthält vier Teams, von denen zwei direkt und möglicherweise der Drittplatzierte in die Runde der 32 einziehen. Ich habe alle Gruppen analysiert und fasse hier zusammen, wo die Spannung am grössten ist und wo klare Machtverhältnisse herrschen.

Gruppe A: Mexiko, Südafrika, Südkorea, Tschechien

Der Gastgeber Mexiko geht als Favorit in eine Gruppe, die durchaus Stolperpotenzial bietet. Südkorea bringt die Erfahrung von sechs aufeinanderfolgenden WM-Teilnahmen mit, und Tschechien hat sich über die Play-offs gegen Dänemark durchgesetzt. Südafrika kehrt erstmals seit der Heim-WM 2010 auf die grosse Bühne zurück. Eine ausgeglichene Gruppe, in der alle vier Teams auf den Achtelfinaleinzug hoffen dürfen.

Gruppe B: Kanada, Bosnien und Herzegowina, Katar, Schweiz

Unsere Gruppe — und eine, die auf dem Papier machbar aussieht. Kanada hat den Heimvorteil und eine aufstrebende Generation um Alphonso Davies, die Schweizer Nati bringt Turniererfahrung und eine stabile Defensive mit. Bosnien und Herzegowina hat sich überraschend in den Play-offs gegen Italien durchgesetzt und ist schwer einzuschätzen. Katar, Gastgeber von 2022, hat international wenig Substanz gezeigt. Die Nati sollte mindestens Zweite werden — aber Pflichtsiege gibt es bei einer WM nicht.

Gruppe C: Brasilien, Marokko, Haiti, Schottland

Brasilien und Marokko — das sind die beiden heissen Anwärter auf die Achtelfinalplätze. Marokko hat mit dem Halbfinaleinzug 2022 bewiesen, dass afrikanische Teams auf höchstem Niveau mithalten können. Haiti erlebt die erste WM-Teilnahme seit 1974 und wird vor allem die Atmosphäre geniessen. Schottland hofft auf eine bessere Performance als bei der EM 2024.

Gruppe D: USA, Paraguay, Australien, Türkei

Die USA als Gastgeber in einer Gruppe mit drei Teams, die sich über die Qualifikation durchkämpfen mussten. Die Türkei hat den letzten Play-off-Platz gegen Kosovo geholt und ist eine physisch starke Mannschaft. Australien und Paraguay haben jeweils WM-Erfahrung, aber keines der beiden Teams dürfte den Gastgeber ernsthaft gefährden.

Gruppe E: Deutschland, Küracao, Côte d’Ivoire, Ecuador

Deutschland geht als klarer Favorit in diese Gruppe. Küracao, der WM-Debütant aus der Karibik, wird gegen das DFB-Team die grösste Aussenseiterrolle des Turniers einnehmen. Côte d’Ivoire hat den Afrika-Cup 2024 gewonnen und ist taktisch gereift. Ecuador bringt südamerikanische Härte und Tempofussball mit — das Duell um Platz zwei wird zwischen diesen beiden entschieden.

Gruppe F: Niederlande, Japan, Schweden, Tunesien

Eine der ausgeglichensten Gruppen des Turniers. Die Niederlande sind Favorit, aber Japan hat bei der WM 2022 gezeigt, dass es europäische Topnationen schlagen kann. Schweden hat sich über die Play-offs gegen Polen qualifiziert und ist nie zu unterschätzen. Tunesien komplettiert eine Gruppe, in der jedes Spiel eng werden könnte.

Gruppe G: Belgien, Ägypten, Iran, Neuseeland

Belgiens goldene Generation um Kevin De Bruyne steht vor der letzten grossen Chance auf einen Titel. Ägypten unter Mohamed Salah ist der stärkste Herausforderer. Iran ist ein unangenehmer Gegner mit einer disziplinierten Defensive, und Neuseeland wird sich auf die Rolle des Aussenseiters einstellen.

Gruppe H: Spanien, Kap Verde, Saudi-Arabien, Uruguay

Spanien gegen Uruguay — das ist das Topduell dieser Gruppe und eine Partie mit Viertelfinal-Charakter bereits in der Vorrunde. Kap Verde feiert seine WM-Premiere und wird den Inselstaat vor der westafrikanischen Küste auf die Weltbühne bringen. Saudi-Arabien hat 2022 gegen Argentinien für eine der grössten WM-Sensationen der Geschichte gesorgt und wird auch 2026 für Überraschungen gut sein.

Gruppe I: Frankreich, Senegal, Norwegen, Irak

Frankreich als zweifacher Titelträger und Finalist von 2022 ist der klare Favorit. Senegal mit seiner technisch starken Mannschaft um Sadio Mané kämpft um Platz zwei. Norwegen bringt mit Erling Haaland einen der besten Stürmer der Welt mit, was jedes Gruppenspiel unberechenbar macht. Der Irak kehrt erstmals seit 1986 auf die WM-Bühne zurück — ein historischer Moment für den irakischen Fussball.

Gruppe J: Argentinien, Algerien, Österreich, Jordanien

Die Todesgruppe unserer Nachbarn. Argentinien als Titelverteidiger setzt auf die Erfahrung von Katar 2022, Österreich unter Ralf Rangnick spielt den aggressivsten Pressing-Fussball Europas. Algerien ist eine physisch dominante Mannschaft, und Jordanien feiert als WM-Debütant die grösste Stunde seines Fussballverbands. Für Österreich wird das Spiel gegen Argentinien zum Schlüsselmoment — verliert man dort, wird der Kampf um Platz zwei zum Nervenspiel.

Gruppe K: Portugal, DR Kongo, Usbekistan, Kolumbien

Portugal und Kolumbien sind die Favoriten in einer Gruppe, die auf dem Papier klar verteilt scheint. Die DR Kongo hat sich über die interkontinentalen Play-offs qualifiziert und ist eine Unbekannte. Usbekistan erlebt seine WM-Premiere und wird sich teuer verkaufen.

Gruppe L: England, Kroatien, Ghana, Panama

England gegen Kroatien — eine Neuauflage des WM-Halbfinals 2018, diesmal bereits in der Gruppenphase. Beide Teams sind Turniermannschaften mit K.o.-Runden-Erfahrung. Ghana bringt athletische Stärke mit, und Panama kehrt nach 2018 zum zweiten Mal auf die WM-Bühne zurück. Eine Gruppe mit einem klaren Topduell und zwei Aussenseitern, die auf eine Sensation hoffen.

Spielplan und Anstosszeiten für Liechtenstein

Der Wecker wird bei dieser WM zum wichtigsten Fan-Accessoire. Wer in Liechtenstein alle Spiele live verfolgen möchte, muss sich auf Anpfiffzeiten zwischen 18:00 und 03:00 Uhr CEST einstellen — und die späten Partien fallen fast immer auf Wochentage. Das ist der Preis für ein Turnier auf der anderen Seite des Atlantiks.

Die Zeitverschiebung zwischen Liechtenstein und den nordamerikanischen Spielorten beträgt zwischen sechs und neun Stunden. Die Ostküste der USA — New York, Miami, Philadelphia, Boston, Atlanta — liegt sechs Stunden hinter der mitteleuropäischen Sommerzeit. Houston und Dallas sind sieben Stunden zurück, die Westküste mit Los Angeles, San Francisco und Seattle acht Stunden. Mexiko-Stadt und Monterrey liegen ebenfalls sieben Stunden hinter CEST, Guadalajara acht. Vancouver, wo die Nati ihr letztes Gruppenspiel gegen Kanada bestreitet, liegt neun Stunden zurück.

In der Praxis bedeutet das: Spiele an der Ostküste mit Anpfiff um 13:00 Uhr Ortszeit beginnen bei uns um 19:00 Uhr — perfekt für einen Feierabendkick. Die Abendspiele an der Ostküste um 19:00 oder 21:00 Uhr Ortszeit fallen auf 01:00 beziehungsweise 03:00 Uhr CEST. Und Spiele an der Westküste um 18:00 Uhr Ortszeit? Die beginnen bei uns erst um 03:00 Uhr morgens.

Die gute Nachricht: Die FIFA hat die Gruppenphase so geplant, dass die meisten Spiele in den frühen Nachmittagsstunden nordamerikanischer Zeit stattfinden, was für europäische Zuschauer bedeutet, dass der Grossteil der Partien zwischen 18:00 und 24:00 Uhr CEST liegt. Die drei Nati-Spiele sind alle für 15:00 Uhr Ortszeit angesetzt — das entspricht 21:00 Uhr CEST, einem idealen Zeitfenster für Fans in Liechtenstein und der gesamten deutschsprachigen Region.

Die Gruppenphase erstreckt sich vom 11. bis 28. Juni. In der ersten Woche werden täglich sechs bis acht Spiele angepfiffen, was bei zwölf Gruppen und 48 Teams eine dichte Taktung ergibt. Ab der K.o.-Runde am 1. Juli reduziert sich die Schlagzahl: Die Runde der 32 wird auf vier Spieltage verteilt, das Achtelfinale auf zwei, Viertel- und Halbfinale jeweils auf einen. Das Finale am 19. Juli im MetLife Stadium beginnt voraussichtlich um 16:00 Uhr Ortszeit — 22:00 Uhr CEST. Kein unzumutbarer Zeitpunkt, aber wer auf Verlängerung und Penaltyschiessen hofft, wird bis nach Mitternacht wach bleiben müssen.

Mein Tipp für die Spielplanübersicht mit allen 104 Spielen: Die Nati-Termine als Fixpunkte im Kalender markieren. Freitag, 13. Juni (Katar — Schweiz, 21:00 CEST), Mittwoch, 18. Juni (Schweiz — Bosnien, 21:00 CEST) und Dienstag, 24. Juni (Schweiz — Kanada, 21:00 CEST). Diese drei Abende gehören dem Fussball.

Für Wettinteressierte hat der Spielplan strategische Implikationen. Spiele, die nach Mitternacht CEST angepfiffen werden, ziehen erfahrungsgemäss weniger europäische Tipper an. Das kann dazu führen, dass die Quotenbewegungen an den Wettmärkten von nordamerikanischen Spielern dominiert werden, die andere Präferenzen und Kenntnisse mitbringen als das europäische Publikum. Wer systematisch nach Value sucht, findet in diesen späten Spielen gelegentlich Ineffizienzen, weil die europäischen Scharfschützen bereits schlafen.

Debütanten und Überraschungen

Jede WM braucht ihre Cinderella-Story. 2022 war es Marokko, das als erstes afrikanisches Team ein Halbfinale erreichte. 2018 überraschte Kroatien mit dem Finaleinzug. Die WM 2026 bietet gleich vier Teams, die noch nie an einer Endrunde teilgenommen haben — und mindestens zwei davon haben das Potenzial, für Gesprächsstoff zu sorgen.

Küracao, die kleine Karibikinsel mit rund 150 000 Einwohnern, ist die vielleicht romantischste Geschichte des Turniers. Der CONCACAF-Vertreter hat sich durch eine beeindruckende Qualifikationskampagne gespielt und wird in Gruppe E auf Deutschland treffen. Die sportliche Fallhöhe ist enorm — aber allein die Qualifikation ist ein historischer Triumph für den Inselfussball. In der Wettanalyse sind Küracao-Spiele interessant, weil die Quotensteller bei Debütanten typischerweise mit grossen Unsicherheitsmargen arbeiten, was zu übertriebenen Aussenseiterquoten führen kann.

Kap Verde bringt eine ähnliche Geschichte mit. Der Inselstaat vor der Küste Westafrikas hat rund 600 000 Einwohner und eine Diaspora, die um ein Vielfaches grösser ist als die Inselbevölkerung. In Gruppe H trifft Kap Verde auf Spanien, Saudi-Arabien und Uruguay — eine harte Prüfung, aber die Mannschaft hat in der afrikanischen Qualifikation gezeigt, dass sie auch gegen Favoriten bestehen kann.

Jordanien ist der dritte Debütant und kommt mit dem Rückenwind des Asien-Cup-Finals 2024, wo man erst gegen Katar unterlag. In Gruppe J trifft Jordanien auf Argentinien, Österreich und Algerien — eine anspruchsvolle Konstellation, aber die jordanische Mannschaft hat taktische Disziplin und eine leidenschaftliche Fangemeinde. Für Österreich-Fans in Liechtenstein ist Jordanien ein Gegner, den man ernst nehmen muss: In der asiatischen Qualifikation hat die Mannschaft bewiesen, dass sie auch gegen spielerisch überlegene Teams Punkte holen kann.

Weltkarte mit den vier WM-Debütanten 2026: Küracao, Kap Verde, Jordanien und Usbekistan hervorgehoben

Usbekistan komplettiert das Quartett der Neulinge. Die zentralasiatische Fussballnation hat sich über die asiatische Qualifikation direkt qualifiziert und trifft in Gruppe K auf Portugal, DR Kongo und Kolumbien. Usbekistan verfügt über eine technisch versierte Mannschaft, die im asiatischen Fussball seit Jahren zur Spitze gehört, auf der Weltbühne aber bisher nie die Chance zur Bewährung bekam.

Neben den vier Debütanten gibt es Rückkehrer, die fast ebenso bemerkenswert sind. Der Irak nimmt erstmals seit 1986 wieder an einer WM teil — 40 Jahre nach dem letzten Auftritt. Die DR Kongo war zuletzt 1974 unter dem Namen Zaire bei einer WM vertreten. Und Haiti kehrt nach 52 Jahren Abwesenheit zurück — die letzte Teilnahme war 1974 in Deutschland. Diese Geschichten sind der Stoff, aus dem WM-Magie entsteht, und sie zeigen, dass das erweiterte 48-Teams-Format Nationen eine Bühne bietet, die bisher im Schatten standen.

Wie die letzten Plätze vergeben wurden — Play-offs im Rückblick

Die spannendsten WM-Geschichten beginnen manchmal nicht im Juni, sondern im März. Die Play-offs im Frühjahr 2026 haben sechs der 48 Startplätze vergeben — und jedes einzelne Duell lieferte Drama, das den Ton für das Turnier setzt.

Die grösste Sensation der europäischen Play-offs war der Ausfall Italiens. Der vierfache Weltmeister verlor im Play-off-Pfad A gegen Bosnien und Herzegowina im Penaltyschiessen, nachdem das Hinspiel 1:1 geendet hatte. Bosnien setzte sich mit 4:1 in der Penaltyserie durch und brach damit das Herz einer ganzen Fussballnation. Für Italien ist es die zweite verpasste WM in Folge nach 2018 — ein beispielloser Niedergang für einen der erfolgreichsten Verbände der Geschichte. Bosnien und Herzegowina hingegen fährt nach 2014 zur zweiten WM und trifft in Gruppe B auf die Schweiz — ein Duell, das durch die Play-off-Euphorie zusätzlich an Brisanz gewinnt.

Im Play-off-Pfad B setzte sich Schweden mit 3:2 gegen Polen durch und sicherte sich den Platz in Gruppe F. Das Spiel war ein offener Schlagabtausch, bei dem Schweden nach einem 1:2-Rückstand noch drei Tore erzielte. Polen verpasst damit zum zweiten Mal in drei Anläufen die WM über die Play-offs.

Die Türkei qualifizierte sich im Pfad C mit einem knappen 1:0 gegen Kosovo — ein hart umkämpftes Spiel, das erst in der Schlussphase entschieden wurde. Im Pfad D gewann Tschechien gegen Dänemark nach einem 2:2 im Penaltyschiessen mit 3:1 und komplettiert damit die Gruppe A um Gastgeber Mexiko.

Die interkontinentalen Play-offs lieferten ebenfalls spannende Duelle. Die DR Kongo setzte sich in der Verlängerung mit 1:0 gegen Jamaika durch und qualifizierte sich erstmals unter ihrem aktuellen Namen für eine WM. Das entscheidende Tor fiel in der 107. Minute und löste in Kinshasa Freudenszenen aus, die tagelang anhielten. Der Irak besiegte Bolivien mit 2:1 und kehrte nach 40 Jahren Abwesenheit auf die WM-Bühne zurück — ein Moment, der über den Sport hinausgeht und für ein Land, das Jahrzehnte von Konflikten geprägt war, symbolische Bedeutung hat.

Für die Wettanalyse sind die Play-off-Teilnehmer besonders interessant. Teams, die sich erst in letzter Minute qualifizieren, bringen zwei gegensätzliche Eigenschaften mit: einerseits die Mentalität, unter Druck zu bestehen, andererseits die Erschöpfung einer langen, nervenaufreibenden Qualifikation. Bosnien und Herzegowina und die Türkei sind Teams, die in der Gruppenphase unterschätzt werden könnten — ihre Quoten für den Gruppensieg dürften höher sein, als es ihre tatsächliche Spielstärke rechtfertigt. Genau hier entsteht Value für aufmerksame Tipper.

Was die WM 2026 für Fans in Liechtenstein bedeutet

Wir haben keine eigene Mannschaft bei der WM — das wissen wir, und es schmerzt weniger, als man denken könnte. In Liechtenstein hat man gelernt, den Fussball durch die Augen der Nachbarn zu erleben. Die Schweizer Nati ist „unsere“ Mannschaft, Österreich die zweite Wahl, und wenn beide ausscheiden, fiebern die meisten mit Deutschland oder einem sympathischen Aussenseiter mit. Diese Identifikation auf Distanz hat ihren eigenen Reiz.

Die WM 2026 bringt für unsere kleine Region spezifische Herausforderungen mit. Die Zeitverschiebung ist die offensichtlichste: Wer alle drei Nati-Spiele um 21:00 Uhr CEST verfolgt, hat Glück — das ist ein angenehmer Abendtermin. Aber wer auch die K.o.-Runde verfolgen möchte, muss damit rechnen, dass Spiele bis weit nach Mitternacht dauern. Public Viewings, wie sie bei der EM 2024 in Vaduz, Schaan und Balzers stattfanden, werden bei einer Nordamerika-WM schwieriger zu organisieren — zumindest für die späten Spiele.

Die rechtliche Situation rund um Sportwetten bleibt für Menschen in Liechtenstein eine Besonderheit. Das Geldspielgesetz sieht keine Online-Wettlizenzen vor, der Moratorium auf neue Lizenzen läuft bis Ende 2028. De facto nutzen Wettinteressierte in Liechtenstein ausländische Plattformen — eine Grauzone, die der Gesetzgeber bislang toleriert, ohne sie ausdrücklich zu legalisieren. Wer auf die WM 2026 wetten möchte, sollte sich über die rechtlichen Rahmenbedingungen informieren und verantwortungsvoll mit dem eigenen Budget umgehen.

Kulturell ist die WM 2026 eine Chance, den Fussball in unserer Region wieder stärker ins Bewusstsein zu rücken. Die EM 2024 in Deutschland hat gezeigt, wie stark die Begeisterung in der deutschsprachigen Region sein kann, wenn ein grosses Turnier in erreichbarer Nähe stattfindet. Nordamerika ist zwar weit weg, aber die mediale Abdeckung wird dank Streaming und Social Media so dicht sein wie nie zuvor bei einer WM. Und am Ende zählt, was auf dem Rasen passiert: 104 Spiele, sechs Wochen Fussball und die Hoffnung, dass unsere Nati in der K.o.-Runde dabei ist, wenn es wirklich zählt.

Meine Prognose: Die WM 2026 wird das grösste Sportereignis, das Liechtenstein je aus der Ferne verfolgt hat. Nicht wegen der Grösse des Turniers allein, sondern weil mit der Schweiz und Österreich zwei Teams dabei sind, die den Fans in unserem Land am Herzen liegen — und beide in Gruppen gelost wurden, in denen der Einzug in die K.o.-Runde absolut realistisch ist.

Der WM 2026 Guide als Startpunkt

48 Teams, drei Gastgeberländer, 104 Spiele über 39 Tage — die WM 2026 wird das grösste Fussballturnier der Geschichte, und für Fans in Liechtenstein steckt mittendrin die Hoffnung auf erfolgreiche Auftritte der Schweizer Nati und Österreichs. Das neue Format mit zwölf Gruppen und der Runde der 32 verändert die Turnierdynamik grundlegend: Mehr Teams bedeuten mehr Möglichkeiten, mehr Überraschungen und für analytisch orientierte Beobachter mehr Ansatzpunkte, um echten Value zu finden.

Dieser WM 2026 Guide ist der Ausgangspunkt für eine tiefergehende Analyse. In den kommenden Wochen werde ich die einzelnen Gruppen im Detail durchleuchten, die Kader der Favoriten analysieren und die Wettmärkte auf Chancen und Risiken untersuchen. Die WM kommt nach Nordamerika — und wir in Liechtenstein sind bereit.

Wann findet die WM 2026 statt und wo wird gespielt?

Die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2026 findet vom 11. Juni bis 19. Juli 2026 in drei Ländern statt: den USA mit elf Stadien, Mexiko mit drei Stadien und Kanada mit zwei Stadien. Das Eröffnungsspiel steigt im Estadio Azteca in Mexiko-Stadt, das Finale im MetLife Stadium bei New York.

Wie funktioniert das neue WM-Format mit 48 Teams?

Die 48 Mannschaften werden in zwölf Gruppen zu je vier Teams aufgeteilt. Jedes Team spielt drei Gruppenspiele. Die beiden Erstplatzierten jeder Gruppe und die acht besten Gruppendritten qualifizieren sich für die Runde der 32 — eine neue K.o.-Runde, die es bei früheren Weltmeisterschaften nicht gab.

Um welche Uhrzeit laufen die WM-Spiele in Liechtenstein?

Die meisten WM-Spiele werden zwischen 18:00 und 03:00 Uhr CEST angepfiffen. Die drei Schweizer Nati-Spiele in der Gruppenphase beginnen alle um 21:00 Uhr CEST. Spiele an der US-Westküste und in Kanada können bis 03:00 Uhr morgens dauern, da die Zeitverschiebung dort acht bis neun Stunden beträgt.